Die 12-Stunden-Lünette der Tudor Heritage Chrono 70330N zeigt eine zweite Zeitzone an. Die verstrichenen Minuten einer Zeitmessung stehen dagegen im kleinen Zähler links. Wer diese beiden Aufgaben trennt, kann die Uhr als Reisebegleiter und Chronographen nutzen, ohne die Skalen zu verwechseln.
Geltungsbereich: Dieser Beitrag behandelt die originale Heritage Chrono 70330N anhand der Tudor-Anleitungen. Die Referenztabelle von 2018 führt 70330B/N unter „Heritage Chrono & Chrono Blue“. [3] Zubehör- und Replikversionen sind damit nicht beschrieben.
Welche Anzeige gehört zu welcher Funktion?
| Anzeige | Aufgabe bei der Heritage Chrono |
|---|---|
| Stunden- und Minutenzeiger aus der Mitte | Normale Uhrzeit; zusammen mit der Lünette auch zweite Zeitzone |
| Kleines Zifferblatt bei 9 Uhr | 45-Minuten-Zähler des Chronographen |
| Kleines Zifferblatt bei 3 Uhr | Laufende Sekunde der normalen Uhrzeit |
| Langer zentraler Sekundenzeiger | Sekunden der Stoppzeit |
Die Zuordnung folgt den Herstellerzeichnungen. [1, S. 8–9 und 14–15] Eine stehende zentrale Stoppsekunde bedeutet daher nicht, dass das Uhrwerk steht. Zur ersten Orientierung auf die kleine Sekunde rechts schauen.
Zweite Zeitzone: Die Lünette verschiebt die Stundenskala
Die Lünette lässt sich in beide Richtungen drehen. Ausgangspunkt ist das Dreieck über der 12 des Zifferblatts. Für eine Zielzeit, die zurückliegt, wird im Uhrzeigersinn gedreht; für eine vorausliegende Zeit gegen den Uhrzeigersinn. Der normale Stundenzeiger wird anschließend an der versetzten Lünette abgelesen. [2, S. 38–39]
Zwei Beispiele mit jeweils drei vollen Stunden Zeitunterschied, ausgehend von 10:10 Uhr vormittags:
- Zielzeit drei Stunden früher: Das Dreieck um drei Stundenmarken im Uhrzeigersinn bis zur 3-Uhr-Position bewegen. Der Stundenzeiger zeigt auf der Lünettenskala etwas nach 7; mit der normalen Minutenanzeige ergibt sich 7:10 Uhr.
- Zielzeit drei Stunden später: Aus der Grundstellung drei Stundenmarken gegen den Uhrzeigersinn drehen, bis das Dreieck bei 9 Uhr steht. Die äußere Skala zeigt etwas nach 1, also in diesem Beispiel 13:10 Uhr.
Gezählt werden Stundenabstände auf dem Zifferblatt, nicht Rastklicks. Die Minuten bleiben in diesen Beispielen unverändert. Vor einer Reise den tatsächlichen Zeitunterschied einschließlich Sommerzeit prüfen. Die 12-Stunden-Skala unterscheidet selbst nicht zwischen Tag und Nacht; auch das Datumsfenster wird durch das Drehen der Lünette nicht umgestellt.
Starten, stoppen und auf null zurückstellen
Für die Zeitmessung die Verschraubungen der beiden Drücker lösen. Danach gilt folgende Reihenfolge: [3, PDF-S. 9–11]
- Start: Den oberen Drücker bei 2 Uhr betätigen.
- Stopp oder Fortsetzung: Erneut oben drücken, um anzuhalten; ein weiterer Druck setzt dieselbe Messung fort.
- Nullstellung: Erst bei angehaltenem Chronographen den unteren Drücker bei 4 Uhr betätigen. Nach Gebrauch die Drücker wieder verschrauben.
Die allgemeine Logik einschließlich unterbrochener Messungen erklärt unser Leitfaden Chronograph bedienen: Start, Stopp und Nullstellung. Die Lünette muss für diese Bedienfolge nicht verstellt werden.
45 Minuten sind kein zusätzlicher Stundenzeiger
Steht der linke Zähler innerhalb des ersten Umlaufs auf 15 und die zentrale Stoppsekunde auf 20, lautet das Ergebnis 15 Minuten und 20 Sekunden. Die kleine Sekunde rechts gehört nicht in diese Rechnung. [1, S. 14–16]
Nach einem vollständigen 45-Minuten-Umlauf beginnt der Minutenzähler erneut. Ohne mitgezählte Umläufe lässt sich die gesamte Dauer dann nicht allein aus seiner Stellung bestimmen. Die drehbare 12-Stunden-Lünette zählt diese Umläufe nicht automatisch mit. Für längere Vorgänge würden wir deshalb die Startzeit zusätzlich notieren oder einen Timer mit eindeutiger Stundenanzeige verwenden.
Wann ist diese Kombination praktisch?
Für einen kurzen Anruf in einer anderen Zeitzone würden wir zuerst die Lünette passend stellen und danach einen Termin von beispielsweise 20 Minuten mit dem Chronographen messen. So bleibt jede Anzeige einer klaren Frage zugeordnet: Wie spät ist es dort, und wie lange dauert unser Gespräch?
Beim Wechsel zwischen Uhren lohnt sich diese Zuordnung jedes Mal neu. Unser Beitrag zur Tudor Black Bay Chrono 79360N und ihrem 45-Minuten-Zähler beschreibt ein anderes Zifferblattlayout und eine Tachymeterlünette. Die dortige äußere Skala hat einen anderen Zweck; für die Heritage Chrono bleibt die oben erläuterte Zeitzonenfunktion maßgeblich.
Quellen und Einordnung
- [1] Tudor: Heritage Chrono, englische Bedienungsanleitung (PDF) – S. 8–9 und 14–16: Anzeigen und Chronograph; Originaldokument als Kopie bei 12-24.com.
- [2] Tudor: deutsche Bedienungsanleitung, Ausgabe 9.2019 (PDF) – S. 38–39: zweite Zeitzone für Chrono & Chrono Blue; auf der Tudor-Domain.
- [3] Tudor: Chronograph Watches, Ausgabe 3.2018 (PDF) – PDF-S. 9–11: Drücker; PDF-S. 20: Referenztabelle; Originaldokument als Kopie bei Gebruikt.
Quellen geprüft am 26. Oktober 2026. Die Beispiele und Nutzungsempfehlungen sind redaktionelle Erläuterungen der dokumentierten Funktionen, keine eigenen Mess- oder Trageversuche. Die historischen Anleitungen dienen hier der Bedienung; ihre damaligen Garantieangaben werden nicht als heutige Bedingungen übernommen.