Milgauss 116400GV: Grünes Glas, Blitzzeiger und Uhrzeit einstellen

Grünes Glas, orangefarbener Sekundenzeiger und Magnetabschirmung erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Der Beitrag ordnet die Z-Blue-Konfiguration 116400GV ein und erklärt ihre Kronenpositionen nach der offiziellen Anleitung.

Bei der Milgauss 116400GV gehören grünes Glas, Blitzzeiger und Magnetabschirmung zu drei verschiedenen Funktionen beziehungsweise Bauteilen. Die auffällige Vorderseite allein erklärt deshalb weder den inneren Schutz noch die Bedienung.

Bezug ist die originale m116400gv-0002 mit Z-Blue-Zifferblatt, 40-mm-Stahlgehäuse und Kaliber 3131, dokumentiert in einer offiziellen Rolex-Broschüre. [1] Die Bedienhinweise folgen der deutschen Milgauss-Anleitung von Juli 2016. [2] Es handelt sich um eine Einordnung vorhandener Herstellerunterlagen, nicht um einen eigenen Test der Uhr.

Grünes Glas und blaues Zifferblatt getrennt betrachten

Die Modellbroschüre führt grünes Saphirglas und ein blaues Zifferblatt ausdrücklich getrennt auf. [1] Der sichtbare Farbeindruck entsteht somit nicht allein durch die Zifferblattfarbe. Für einen Vergleich von Aufnahmen lohnt es sich, Glasrand und Zifferblatt jeweils bewusst anzusehen.

Unser Hinweis für die Besichtigung: Betrachten Sie die Uhr frontal und leicht geneigt unter derselben Beleuchtung. Ein kräftiger grüner Rand auf einem einzelnen Foto ist weder ein Messwert für die Glasfarbe noch ein Echtheitsnachweis. Beleuchtung, Blickwinkel und Kameraeinstellung gehören zur Beobachtung dazu. Daraus lässt sich auch nichts über eine innenliegende Abschirmung ableiten.

Der orange Blitzzeiger zeigt die laufenden Sekunden

Die Anleitung ordnet den Zeiger in Blitzform der Sekundenanzeige zu. [2] Er ist keine zusätzliche GMT- oder Stoppanzeige. Seine Form macht ihn auffällig, ändert aber nicht seine Aufgabe beim normalen Ablesen der Uhrzeit.

Zum Prüfen, ob die Uhr läuft, beobachten Sie seine Bewegung über mehrere Sekunden. Ein stehender Zeiger allein verrät die Ursache noch nicht: Kontrollieren Sie zuerst die Kronenstellung und den Aufzugszustand, bevor Sie einen Defekt vermuten. Das ist eine redaktionelle Prüfreihenfolge, keine Ferndiagnose.

Aufziehen und Uhrzeit einstellen: eine einzige Zugstufe

Die Zahlen der folgenden Tabelle sind die Positionsnummern der Anleitung. Position 2 ist hier bereits nach einmaligem Herausziehen erreicht; es gibt keine zusätzliche Datumseinstellung. [2]

PositionKronenlageFunktion laut Anleitung [2]
0VerschraubtTrageposition
1Gelöst, noch nicht gezogenHandaufzug
2Erste ZugstufeUhrzeit einstellen; Sekundenzeiger steht

Nach einer Tragepause mit stehen gebliebener Uhr lässt sich die Anleitung so zusammenfassen: [2]

  1. Aufziehen: Krone ganz losschrauben. In Position 1 mindestens 25 Umdrehungen im Uhrzeigersinn ausführen; die Gegenrichtung zieht nicht auf.
  2. Einstellen: Einmal herausziehen. Stunden und Minuten lassen sich jetzt in beiden Richtungen setzen, während die Sekunde angehalten wird.
  3. Schließen: Zurückdrücken und mit leichtem Druck im Uhrzeigersinn sorgfältig verschrauben. Die Krone nicht unter Wasser bedienen.

Die Einleitung des Handbuchs bezeichnet 25 Umdrehungen als ausreichenden Teilaufzug. Das ist keine gemessene Laufzeitreserve. [2] Achten Sie beim Zurückschrauben auf sauberes Greifen des Gewindes. Verkanten oder deutlichen Widerstand nicht durch kräftigeres Drehen überwinden.

Was die Angabe 1.000 Gauss beschreibt

Rolex nennt für das Original eine Auslegung gegen Magnetfelder bis 1.000 Gauss. Die Broschüre beschreibt dafür unter anderem eine Abschirmung aus ferromagnetischen Legierungen um das Uhrwerk sowie Eigenschaften des Kalibers 3131. [1] Die Glasfarbe übernimmt diese Zuordnung nicht.

Für eine vorhandene Uhr bleibt die Herstellerangabe von einer Prüfung ihres heutigen Zustands zu unterscheiden. Ein grünes Ersatzglas, ein sichtbarer Blitzzeiger oder ein Aufdruck auf dem Zifferblatt dokumentieren keine Magnetfeldprüfung. Ebenso wenig lässt sich aus einer kurzen Gangbeobachtung die tatsächliche Widerstandsfähigkeit bestimmen.

Bei einer auffälligen Gangänderung sind Zeitpunkt, vorherige Nutzung und Vergleichswerte hilfreicher als ein eigener Versuch mit einem starken Magneten. Wie Sie eine Beobachtung einordnen und eine Prüfung vorbereiten, erläutert Mechanische Uhr magnetisiert: Anzeichen und Prüfung. Der Leitfaden ersetzt keine Untersuchung des konkreten Exemplars.

Oysterclasp und Easylink bei der Anprobe zuordnen

Für die gewählte Z-Blue-Konfiguration nennt Rolex ein Oyster-Band, eine Oysterclasp und Easylink mit etwa 5 mm zusätzlicher Länge. [1] Das ist die dokumentierte Kombination; aus dem sportlichen Erscheinungsbild folgt keine Oysterlock-Schließe oder Glidelock-Verstellung.

Prüfen Sie bei der Anprobe zunächst die Grundlänge und die Lage der Schließe unter dem Arm. Notieren Sie, ob die kurze oder verlängerte Einstellung angenehmer sitzt. Drückt eine Kante trotz passender Weite, sollte die Bandverteilung mitbeurteilt werden. Die Begriffe erklärt Oysterclasp, Oysterlock und Crownclasp im Vergleich.

Welche Aussagen für eine Replik offenbleiben

Eine ähnliche Optik bestätigt weder das verbaute Kaliber noch den inneren Abschirmungsaufbau. Für eine konkrete VSF-Ausführung wären eine eindeutige Versionszuordnung, dokumentierte Kronenfunktionen und geeignete Nachweise zur jeweils behaupteten Eigenschaft nötig. Uns liegt für diesen Beitrag kein entsprechendes Sample-Protokoll vor.

Deshalb gelten die hier gezeigten Kronenpositionen und Herstellerwerte für die dokumentierte Originalausführung. Besonders die Angabe 1.000 Gauss darf nicht allein wegen des Modellnamens auf ein angebotenes Exemplar übertragen werden. Auch ein Foto des Uhrwerks ersetzt keine Funktionsprüfung unter definierten Bedingungen.

Quellen und Einordnung

Unterlagen geprüft am 20. Oktober 2026. Ergänzende Hinweise zur Besichtigung und Anprobe stammen aus der Redaktion. Der Beitrag enthält keine eigenen Magnetfeld-, Glas-, Gangreserve- oder Verschleißmessungen.

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