Der wichtigste Unterschied in den ausgewerteten Herstellerunterlagen ist die Funktion: Das Snyper F100 wird beim Modell TWO Titanium Grey PVD als Automatikwerk mit Wochentag und Datum beschrieben. Das F101 der dokumentierten ONE ist ausdrücklich als Chronographenwerk bezeichnet. Beide werden Concepto zugeordnet. Die ähnliche Benennung macht ihre technischen Angaben jedoch nicht austauschbar. [1–2]
Historische Einordnung: Dieser Vergleich beruht auf zwei archivierten Herstellerseiten vom 31. Juli 2021. Das Archivdatum belegt keinen Einführungstermin. Die Daten gelten für die dort beschriebenen Ausführungen; eine eigene Untersuchung der Werke wurde nicht durchgeführt.
F100 und F101 im direkten Vergleich
| Merkmal | F100 – TWO Titanium Grey PVD [1] | F101 – ONE [2] |
|---|---|---|
| Dokumentiertes Modell | Snyper TWO Titanium Grey PVD | Snyper ONE |
| Werkbezeichnung | Snyper F100 by Concepto | Snyper F101 Chrono by Concepto |
| Beschriebene Funktion | Wochentag und Datum in Fenstern bei 3 Uhr | Chronograph; die ONE-Seite beschreibt einen zentralen roten Chronographenzeiger |
| Aufzug | Automatisch über Rotor oder von Hand über die Krone | Automatisch über Rotor oder von Hand |
| Frequenz | 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, entsprechend 4 Hz | 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, entsprechend 4 Hz |
| Lagersteine | 24 synthetische Rubine | 25 Steine |
| Gangreserve | 48 Stunden laut Hersteller | 48 Stunden bei ausgeschalteter Chronographenfunktion laut Hersteller |
| Werkhöhe | 7,90 mm | 7,90 mm |
Die Umrechnung der Frequenzangaben erläutert unser Beitrag Unruhfrequenz: 28.800 Halbschwingungen und 4 Hz. Er erklärt die Einheiten und grenzt sie von Gangabweichung und Gangreserve ab.
Kalenderanzeige und Zeitmessung unterscheiden
Die TWO-Unterlagen nennen für das F100 Wochentag und Datum bei 3 Uhr sowie Handaufzug, Kalender-Schnellkorrektur und Zeiteinstellung mit Sekundenstopp über die Krone. Eine Chronographenfunktion wird dort nicht beschrieben. [1]
Die ONE-Unterlagen nennen dagegen ein F101 Chrono und beschreiben Drücker sowie den roten Chronographenzeiger. [2] Die Grundfolge einer solchen Zeitmessung erklärt unser Beitrag zur Chronographenbedienung mit Start, Stopp und Nullstellung. Die ausgewertete F101-Werksbeschreibung erläutert einen Kalender nicht näher; diese Lücke wird hier nicht durch Angaben anderer Modelle ergänzt.
48 Stunden Gangreserve: die Bedingung mitlesen
Für beide Werke nennt der Hersteller 48 Stunden. Beim F101 steht ausdrücklich die Bedingung dabei, dass die Chronographenfunktion nicht läuft. [2] Die F100-Seite enthält diese Bedingung nicht. [1] Aus den Angaben lässt sich weder die Laufzeit eines heute erhaltenen Exemplars noch ein genauer Verbrauch der eingeschalteten Stoppfunktion berechnen.
Was Aufzug und tatsächliche Laufzeit im Alltag bedeuten, behandelt der Leitfaden Automatikuhr aufziehen und Gangreserve verstehen. Die historische Zahl ist ein Herstellerwert, kein aktuelles Messergebnis.
Für eine eigene Beobachtung erklärt der Ratgeber Gangreserve messen: Aufzugszustand und Laufzeit dokumentieren, wie Startbedingungen, Chronographenbetrieb und das Zeitfenster bis zum Stillstand protokolliert werden. Die beobachtete Laufzeit eines heutigen Exemplars bleibt dabei von den historischen Herstellerangaben getrennt.
7,90 mm sind Werkhöhe, nicht Gehäusedicke
Beide technischen Texte nennen eine Werkhöhe von 7,90 mm. [1–2] Dieser Wert beschreibt das Uhrwerk und darf nicht als Dicke der vollständigen Uhr ausgegeben werden. Gehäuse, Glas und Boden sind damit nicht als Gesamtmaß erfasst.
Auch die Durchmesserangaben müssen mit ihrer Bezeichnung gelesen werden: Beim F100 steht ein Gesamtdurchmesser von 30,00 mm. Beim F101 nennt die Quelle 30,40 mm Gesamtdurchmesser und zusätzlich 30,00 mm Einbaudurchmesser. [1–2] Die beiden unterschiedlichen F101-Maße werden nicht zu einem einzigen Wert zusammengezogen.
Was sich aus dem Vergleich nicht ableiten lässt
Die Angaben zu Concepto, Frequenz und Gangreserve belegen keine identische Konstruktion, Ersatzteilverfügbarkeit oder Austauschbarkeit. Ebenso lässt sich aus 24 beziehungsweise 25 Lagersteinen allein kein Qualitätsurteil ableiten. Für Aussagen zu Wartung, Gangverhalten oder dem Zustand einer konkreten Uhr fehlen hier eigene Befunde.
Was Werksteine tatsächlich leisten, erklärt der Beitrag Rubine im Uhrwerk: Lagersteine, Funktion und Anzahl. Er unterscheidet ihre Aufgaben und zeigt, wie eine Steinzahl zusammen mit den übrigen technischen Angaben gelesen werden kann.
Auch die Baureihennamen One und Two reichen nicht aus, um jedes historische Exemplar eindeutig einem Werk zuzuordnen. Maßgeblich bleibt die jeweilige Dokumentation. Die vollständigen Modellangaben stehen in unseren Archiven zur Snyper One mit F101 und zur Snyper Two Titanium Grey PVD mit F100.
Quellen und redaktionelle Einordnung
[1] Snyper: Snyper TWO Titanium Grey PVD – archivierte Herstellerseite, insbesondere „Description of Movement“, Archivstand vom 31. Juli 2021.
[2] Snyper: Snyper ONE – archivierte Herstellerseite, insbesondere „Description of Movement“, Archivstand vom 31. Juli 2021.
Die erhaltenen technischen Texte wurden für diesen Vergleich erneut gelesen. Diese Seite ist eine neu erstellte technische Einordnung historischer Unterlagen, keine wiederhergestellte frühere Vergleichsseite. Das heutige Magazin tritt nicht als Hersteller oder offizieller Kundendienst der historischen Marke auf.
Weitere Modellunterlagen finden Sie im historischen Snyper-Archiv.